Matthew Henry's Concise Commentary on the whole Bible

 

C.H.Spurgeon zur Entstehung des Kommentars
Fruchtbare Familienandachten.
Laßt mich euch sagen, was Philipp Henry zu tun pflegte. Er war ein Prediger und hatte natürlich mehr Zeit, die er der Familienandacht widmen konnte, als viele von euch bei ihren Geschäften haben; aber er ging die ganze Bibel nach und nach durch und erklärte sie Kapitel für Kapitel und begleitete die Auslegung mit Gebet und Gesang. Ein Grund, den er für das Singen angab, war, daß das in etwa dem roten Seil der Rahab gleiche - jeder Vorübergehende konnte so wissen, was da vorging, und er sagte, der Gesang bei der Familienandacht war das hörbare Bekenntnis, daß die Familie Gott liebe und anbete. Dienstags pflegte er seine Kinder zu katechisieren bezüglich dessen, was sie in voriger Woche gehört hatten. Ihr denkt vielleicht, daß das ermüdend war; aber was werdet ihr sagen, wenn ich euch erzähle, daß der Sohn dieses lieben Mannes, Matthew Henry, seinen berühmten Kommentar schrieb nach den Notizen, die er sich bei den Morgen- und Abendandachten von den Auslegungen seines Vaters gemacht hatte. Wir finden nicht, daß sich unsre Knaben von unsern Predigten Notizen machen, während sie sonst alles notieren, was ihnen auffällt und was sie interessiert. In jener Familie Henry war alles so wohlgeordnet, daß sehr oft Besucher als Unbekehrte in ihr Haus kamen und als Bekehrte wieder abreisten. Beachtet, was Matthew Henry sagt: "Die, welche mit ihren Familien beten, tun wohl daran; die welche mit ihnen lesen und beten, tun besser; aber die, welche mit ihnen singen und lesen und beten, tun am besten."

 

Zu Matth. 5, 27 - 32

Sieg über die Begierden des Herzens muß durch schmerzbereitende Übung gefestigt werden. Aber es muß getan werden. Alles ist uns geschenkt worden, um uns vor unseren Sünden zu retten, nicht in unseren Sünden. All unsere Sinne und Kräfte müssen von den Dingen, die uns zur Sünde verleiten, ferngehalten werden. Diejenigen, die andere dazu verführen zu sündigen, durch Kleidung oder auf andere Art, oder die die andere in der Sünde belassen, oder sie der Gefahr zu sündigen aussetzen, machen sich selbst der Sünde schuldig und werden dafür zur Rechenschaft gezogen werden. Wenn schmerzvolle Prozesse vollzogen werden, damit unser Leben gerettet wird, wovor sollen unsere Herzen zurückweichen, wenn es um doch die Rettung unserer Seelen geht? Es gibt sanfte Gnade bei all den göttlichen Anforderungen, und die Gnade und Tröstungen des HL. GEISTES werden uns dazu befähigen, uns darin zu befestigen.

 

Zu Matth. 5, 33 - 37

Es gibt keinen Grund zu denken, daß feierliche Eide in einem Gerichtssaal oder zu anderen passenden Gelegenheiten falsch sind, vorausgesetzt sie werden mit angemessener Ehrfurcht abgelegt. Aber alle Eide, die ohne Notwendigkeit oder in gewöhnlichen Gesprächen abgelegt werden, müssen sündig sein, genauso wie all diese Aussprüche, die Gott anrufen, obwohl man dabei daran denkt, die Schuld, die durch Schwören entsteht, zu vermeiden. Je schlechter die Menschen sind, desto weniger lassen sie sich durch Eide binden; je besser sie sind, desto weniger sind Eide notwendig. Unser HERR legt keine genauen Formulierungen auf, mit denen wir bejahen oder verneinen sollen, sondern einen unveränderlichen Blick für die Wahrheit, der Schwüre unnötig machen würde.

 

Zu Matth. 5, 38 - 42

Die ganze Anweisung lautet: erdulde jegliche Verletzung, die ausgehalten werden kann um des Friedens willen und befiehl deine Belange der Pflege des Herrn an. Und zusammengefasst bedeutet dies, dass Christen es vermeiden müssen, zu streiten und erbittert zu kämpfen. Wenn jemand sagt, Fleisch und Blut könnten nicht heil aus solch eine Auseinandersetzung hervorgehen, dann erinnere ihn daran, dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht erben werden; und jene, die nach den richtigen Prinzipien handeln, werden den besten Frieden und Trost finden.

 

Zu Matth. 5, 43 - 48

Die jüdischen Lehrer verstanden unter "Nachbar" (oder "Nächster") nur diejenigen, die aus ihrem Land, ihrer Nation und Ihrer Religion stammten, welche sie bereitwillig als ihre Freunde ansahen. Der HERR Jesus lehrt uns, dass wir jede echte Freundlichkeit und Güte ausüben sollen, zu der wir überhaupt in der Lage sind, besonders zu den Seelen der Menschen. Wir müssen für sie beten. Während viele Gutes mit Gutem vergelten, müssen wir Gutes für Böses vergelten; und dies wird als ein besseres Prinzip wirken als das, wonach die meisten Menschen handeln. Andere grüßen ihre Geschwister und umarmen ihre Parteigenossen, Weggefährten und diejenigen, die ihre Meinung teilen, aber wir dürfen unseren Respekt nicht so eingrenzen. Es ist die Pflicht der Christen, sich Vollkommenheit an Gnade und Heiligkeit zu wünschen, sie zu erstreben und ihr nachzujagen. Und darin müssen wir uns üben, uns gemäß dem Beispiel unseres Himmlischen Vaters zu benehmen. 1. Petr. 1,15.16. Sicher kann man von einem Nachfolger Jesu mehr erwarten als von anderen; sicherlich wird in ihnen mehr gefunden werden, als in anderen. Lasst uns Gott bitten, dass er uns befähigt, uns als seine Kinder zu erweisen.

 

 

Concise Kommentare zu Matthäus, Kapitel 6, Verse 1 - 15:

 

Kapitel 6

Gegen Heuchelei beim Almosengeben (1-4).

Gegen Heuchelei beim Gebet (5-8).

Wie man beten soll (9-15).

Beachten des Fastens (16-18).

Das Schlechte, weltlich gesinnt zu sein (19-24).

Vertrauen in Gott empfohlen (25-34).

 

Verse 1-4

Unser HERR warnte uns als nächstes vor Heuchelei und vor Zurschaustellung beim Ausüben des Gottesdienstes. Was wir tun, muß aus einem inneren Einstellung heraus passieren, damit wir Gott wohlgefällig sein mögen, nicht um von Menschen gelobt zu werden.

In diesen Versen werden wir vor Heuchelei beim Almosengeben gewarnt. Achte darauf. Es ist eine spitzfindige Sünde; und Prahlerei kriecht in das hinein, was wir tun, bevor es uns bewusst wird. Aber die Aufgabe ist nicht minder notwendig und ausgezeichnet dazu geeignet, von Heuchlern benutzt zu werden, um ihren Stolz zu nähren. Der Tod, den Christus durchlitt, mag zuerst als ein Versprechen erscheinen, aber es ist deren Lohn; nicht die Belohnung, die Gott denen verspricht, die Gutes tun, sondern der Lohn, den die Heuchler sich selbst versprechen, und es ist ein armseliger Lohn; sie taten es, um von den Menschen gesehen zu werden und sie werden von den Menschen gesehen.

Wenn wir unsere guten Taten geringschätzen, wird Gott sie wertschätzen. Er wird Dich belohnen; nicht wie der Meister, der seinem Knecht das gibt, was er verdient, aber nicht mehr, sondern als ein Vater, der überreichlich seinen Sohn, der ihm dient, beschenkt.

 

Verse 5-8

Es ist sicher, dass alle die beten, die Nachfolger Jesu sind. So schnell wie Du einen Lebenden finden wirst, der nicht atmet, wirst Du einen lebenden Christen finden, der nicht betet. Was ohne Gebet, das ohne Gnade. Die Schriftgelehrten und Pharisäer hatten in zweifacher Hinsicht Schuld beim Beten auf sich geladen: Prahlerei und vergebliche Wiederholungen. "Wahrlich, sie werden ihren Lohn empfangen;" wenn wir in einer so wichtigen Angelegenheit, wie sie es zwischen uns und Gott während des Gebetes ist, auf solch eine geringe Sache achten können, wie es das Lob der Menschen ist, dann soll es so sein, dass das unser ganzer Lohn sein soll. Es gibt kein geheimes, plötzliches Atemholen hinter Gott her, er bemerkt es.

Es wird Lohn genannt, aber aus Gnade, nicht wegen Schuldigkeit; denn welchen Verdienst kann es beim Bitten geben? Wenn Er seinen Kindern nicht das gibt, worum sie ihn bitten, dann ist es, weil er weiß, dass sie es nicht brauchen können und dass es ihnen nicht gut tut. Gott ist so weit entfernt davon, sich an der Länge oder den Worten unserer Gebete zu ärgern, dass die wirkungsvollsten Fürbitten die sind, die mit Seufzern getan werden, die nicht ausgesprochen werden können. Lasst uns gut erforschen, was aus dem Gemütszustand zu erkennen ist, in dem unsere Gebete dargebracht werden sollen, und lasst uns täglich von Christus lernen, wie man beten soll.

 

Verse 9-15

Christus sah es als notwendig an, seinen Jüngern zu zeigen, was das allgemeine Anliegen ihrer Gebete sein soll und auf welche Art sie beten sollen. Nicht dass wir daran gebunden wären, nur diese anzuwenden, oder immer nur diese; aber es ist ohne Zweifel gut, diese zu beten.

Dieses Gebet sagt mit wenigen Worten viel aus; und es wird ebenso gerne benutzt wie es mit Verständnis genutzt wird, und das ohne sinnlos wiederholt zu werden. Es sind sechs Anliegen; die ersten drei beziehen sich ausdrücklich auf Gott und seine Ehre, die letzten drei auf unsere eigenen Belange, sowohl zeitliche als auch geistliche. Dieses Gebet lehrt uns zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit zu trachten und alles andere wird uns zufallen. Nach den Dingen von Gottes Herrlichkeit, Königtum und Wille bitten wir um die Unterstützung, die wir brauchen und um Trost für das momentane Leben. - Jedes Wort beinhaltet eine Lektion darin. Wir bitten um Brot; dies lehrt uns Mäßigkeit und Enthaltsamkeit; und wir bitten nur um Brot; nicht um das, was wir nicht brauchen. Wir bitten um unser Brot; dies lehrt uns Ehrlichkeit und Fleiß: wir bitten weder um das Brot der anderen noch um Brot des Betruges (Sprüche 31,27), sondern um ehrlich erworbenes Brot. Wir bitten um unser tägliches Brot, was uns lehrt, dass wir immer von der göttlichen Versorgung abhängen. Wir bitten Gott, es uns zu geben; nicht, es uns zu verkaufen oder es uns auszuleihen, sondern es uns zu geben. Die mächtigsten Menschen müssen für die Gnade Gottes wegen des täglichen Brot dankbar sein. Wir beten, gib es uns. Dies lehrt uns, Erbarmen mit den Armen zu haben. Auch, dass wir mit unseren Familien beten sollten. Wir beten, dass Gott es uns heute geben möge; was uns lehrt, die Bedürfnisse unserer Seelen gegenüber Gott zu erneuern, so wie er unsere Leiber erneuern möchte. Wenn der Tag kommt, müssen wir zu unserem himmlischen Vater beten und der Meinung sein, das wir ebenso einen Tag lang ohne Essen auskommen könnten, so wie man ohne Gebet auskommt.

Wir werden gelehrt, die Sünde zu hassen und uns davor zu fürchten, wohingegen wir auf die Gnade hoffen, uns selbst misstrauen; auf die Voraussicht und Gnade Gottes vertrauen, um uns davor zu bewahren; vorbereitet zu sein, der Versuchung zu widerstehen, und niemandem zur Versuchung zu werden. Hierin liegt ein Versprechen, wenn Du vergibst, wird Dein himmlischer Vater Dir auch vergeben. Wir müssen vergeben, so wie wir hoffen, dass uns vergeben worden ist. Diejenigen, die sich wünschen, Gnade bei Gott zu finden, müssen ihren Geschwistern gegenüber Erbarmen zeigen. Christus kam als der große Friedensstifter, nicht nur um uns mit Gott sondern uns untereinander zu versöhnen.

 

 

Verse 16-18

Religiöses Fasten ist eine Pflicht, die von den Jüngern des Herrn

verlangt wird, aber es ist nicht so sehr eine Pflicht an sich, als ein Mittel, um uns

für andere Aufgaben zur Verfügung zu stellen. Fasten ist die Erniedrigung

der Seele, Psalm 35,13, dies ist das Eigentliche der Aufgabe. Laß dies daher

zuerst dein Hauptanliegen sein, und trachte nach außen hin nicht danach, daß

es gesehen wird. Gott sieht in ein Geheimnis hinein und wird reichlich

belohnen.

 

Verse 19-24

Weltliche Gesinnung ist ein allgemeines und fatales Symptom der Heuchelei,

denn durch keine andere Sünde kann Satan sicherer und schneller

die Seele gewinnen, als unter dem Deckmantel eines religiösen Bekenntnisses.

Etwas, das die Seele besitzt, das sie als beste Sache ansieht, worin sie ihre

Freude und Vertrauen hat, mehr als in anderen Dingen. Christus gibt den Rat,

unsere liebsten Dinge in der Freude und des Herrlichkeiten der anderen Welt zu

sehen, in den unsichtbaren Dingen, die ewig bestehen, und unsere

Glückseligkeit darin zu sehen. Es gibt Schätze im Himmel. Darin besteht

unsere Weisheit, all unseren Fleiß anzuwenden, um unsere Stellung im ewigen

Leben durch Jesus Christus fest zu machen und all diese Dinge hier unten als

nicht wert zu sehen, damit verglichen zu werden und zufrieden zu sein, in

allem die Fülle zu haben. Es ist Freude über und nach den Veränderungen und

Gelegenheiten der Zeit, eine unvergängliche Erbschaft. Der weltlich gesinnte

Mensch liegt mit seinem hauptsächlichen Trachten falsch; deshalb müssen alle

seine Argumentationen und alles daraus resultierende Handeln falsch sein. Dies

gilt auch für falsche Religion; die, die man für hell erachtet, ist totale

Finsternis. Dies ist ein schrecklicher, aber weit verbreiteter Fall; wir sollten

daher sorgfältig unser hauptsächliches Trachten durch das Wort Gottes prüfen,

mit ernstem Flehen um die Führung des HL. Geistes. Ein Mensch kann vielleicht

zwei Herren ein bißchen dienen, aber er kann sich niemals mehr als einem

völlig hingeben. Gott will das ganze Herz und wird es nicht mit der Welt teilen.

Wenn zwei Herren sich entgegenstehen, kann niemand beiden dienen. Der, der sich an

die Welt hält und sie liebt, muß Gott verachten; der, der Gott liebt, muß die

Freundschaft mit der Welt aufgeben.

 

Verse 25-34

Es gibt kaum eine Sünde, vor der unser Herr Jesus seine Jünger mehr warnt, als

sorgenvolles, unruhiges, mißtrauisches Sorgen um die Dinge der Welt. Dadurch wird

sowohl der Arme als auch der Reiche umstrickt, der an der Liebe zum Wohlstand

hängt. Aber es gibt Sorgfalt um zeitliche Dinge, welche eine Pflicht ist, obwohl

wir dieses Befolgen des Gesetzes nicht zu weit betreiben sollen. Mach Dir keine

Sorgen um Dein Leben. Nicht um die Lebenslänge, sondern befiehl es Gott an, damit

der es verlängert oder verkürzt nach seinem Wohlgefallen; unsere Zeit liegt in

seiner Hand und sie ist in einer guten Hand. Nicht wegen der Annehmlichkeiten

dieses Lebens, sondern überlaß es Gott, damit er es bitter oder süß macht, wie

es ihm gefällt. Essen und Kleidung hat Gott zugesagt, deshalb dürfen wir diese

Dinge erwarten. Sorge nicht um morgen, oder um das was kommt. Hab keine Angst vor

der Zukunft, wie Du nächstes Jahr leben sollst oder wenn Du alt bist, oder was Du

zurücklassen wirst. Da wir nicht mit morgen prahlen dürfen, dürfen wir uns auch

nicht um morgen oder seinen Ereignissen Sorgen machen. Gott hat uns das Leben und

den Körper gegeben. Und was soll er nicht für uns tun können, der dies getan

hat? Wenn wir auf unsere Seelen aufpassen und nach der Ewigkeit trachten, welche

mehr sind als Leib und das Leben, werden wir es Gott überlassen, uns mit Essen und

Kleidung zu versorgen, welche geringer sind. Nimm dies als eine Ermutigung, Gott zu

vertrauen. Wir müssen uns mit unserem irdischen Dasein abfinden, wie wir es mit

unserem Körperbau machen. Wir können die Fügungen Gottes nicht ändern, daher

müssen wir uns diesen unterwerfen und uns mit ihnen abfinden. Achtsamkeit auf

unsere Seelen ist das beste Mittel zu Achtsamkeit gegenüber der Welt. Trachte

zuerst nach dem Reich Gottes und mache den Glauben zu Deinem Anliegen; sage nicht,

daß dies der Weg zum Verhungern ist; nein, es ist der Weg, gut versorgt zu werden,

sogar auf dieser Erde. Das Resümee des Ganzen ist, daß es der Wille und der Befehl

des HERRN Jesus ist, daß durch tägliches Gebet wir Kraft gewinnen, unsere

täglichen Sorgen zu tragen, uns gegen die Versuchungen, die damit verbunden sind, zu

rüsten und schließlich keines dieser Dinge uns erschüttern zu lassen. Glücklich

sind die, die den HERRN ihren Gott heißen und die dies beweisen, indem sie sich ganz

seiner weisen Anordnung anvertrauen. Überführe uns durch Deinen Geist von der Sünde

da Du den Wunsch hast, daß wir uns Dir zur Verfügung stellen und nimm die

Weltliebe in unseren Herzen weg.

 

 

Matthäus Kapitel 8

Eine Volksmenge folgt Christus. (1)

Er heilt einen Leprakranken. (2-4)

Der Knecht eines Hauptmanns wird geheilt. (5-13)

Heilung der Schwiegermutter des Petrus. (14-17)

Der eifersüchtige Vorschlag des Schriftgelehrten. (18-22)

Christus in einem Sturm. (23-27)

Er heilt zwei von Dämonen Besessene. (28-34)

 

Vers 1

Dieser Vers bezieht sich auf den Schluß der vorhergehenden Rede. Die,

denen Christus sich vorstellte wollen mehr von ihm wissen.

 

Verse 2-4

In diesen Versen sehen wir die Erzählung der Heilung, die Christus

an einem Leprakranken durchführt, der kommt und ihn anbetet wie

einen mit göttlicher Macht. Diese Heilung weist uns nicht nur darauf hin,

daß wir uns an Christus wenden sollen, der Macht über körperliche

Krankheiten hat, damit diese geheilt werden, sondern sie lehrt uns auch,

auf welche Art und Weise wir ihn bitten sollen. Wenn wir nicht sicher sind,

was Gottes Wille ist, so dürfen wir uns doch seiner Weisheit und Gnade

sicher sein. Keine Schult ist so groß, daß sie nicht durch Christi Blut

gesühnt wird; keine Verderbtheit ist so stark, daß sie nicht durch seine

Gnade unterdrückt werden kann. Um gereinigt zu werden, müssen wir uns

seiner Gnade anbefehlen; wir können es nicht wie eine Schuldigkeit

verlangen, sondern wir müssen demütig um eine Gunst bitten. Diejenigen, die

durch den Glauben Christus um Gnade und Erbarmen bitten, dürfen sicher sein

daß Er ihnen gerne die Gnade und das Erbarmen zukommen läßt, die sie so

suchen. Und die Schwierigkeiten sind gesegnet, die uns dazu führen,

Christus kennenzulernen und sie veranlassen uns, Hilfe und Rettung von Ihm

zu erbitten. Laß diejenigen, die von ihrer geistlichen Leprakrankheit

geheilt werden, zu Christi Dienern gehen und ihren Fall darlegen, damit

diese sie anweisen, trösten und für sie beten.

 

Verse 5-13

Dieser Hauptman war ein Heide, ein römischer Soldat. Obwohl er ein

Soldat war, war er doch ein rechtschaffener Mann. Keines Berufung oder

Platz wird eine Entschuldigung für Unglaube und Sünde sein. Sieh an, wie er

den Fall seines Knechtes erzählt. Wir sollten uns selbst um die Seelen

unser Kinder und Diener kümmern, die geistlich krank sind, die geistliche

Verirrungen nicht erkennen, die nicht wissen, was geistlich gut ist; und

wir sollten sie durch Glauben und Gebet zu Christus führen. Beachte seine

Selbsterniedrigung. Demütige Seelen werden noch demütiger durch Christi

gnädiges Handeln an ihnen gemacht. Beachte seinen großen Glauben. Je

bescheidener wir selbst sind, desto stärker wird unser Vertrauen auf

Christus sein. Der Hauptmann zeigt seine Anerkennung sowohl darin,

daß er Ihm göttliche Macht zutraut als auch Vollmacht über alle Geschöpfe

und Naturgewalten, als ein Meister über seinem Knecht. Solche Knechte

sollten wir alle Gott gegenüber sein; wir müssen gemäß seinen Anweisungen

im Wort und gemäß seinem göttlichen Ratschlag kommen und gehen. Doch wenn

der Sohn des Menschen kommt, findet er wenig Glauben, deshalb findet er

wenig Frucht. Durch eine Berufung nach draußen können wir uns Königskinder

nennen; aber wenn wir darin bleiben und nichts anderes vorzuweisen haben,

werden wir hinausgeworfen werden. Der Knecht erfuhr Heilung von seiner

Krankheit und er Herr bekam eine Bestätigung seines Glaubens. Was zu ihm

gesagt wurde, wird allen gesagt, Glaube und empfange; nur glaube. Siehe die

Macht Christi und die Kraft des Glaubens. Die Heilung unserer Seelen ist

zugleich die Auswirkung und der Beweis unseres Interesses am Blut Christi.

 

Verse 14-17

Petrus hatte eine Frau, obwohl er ein Apostel Christi war, der

zeigte, daß er das Verheiratetsein gut fand, dadurch, daß er zur

Verwandschaft der Frau des Petrus gütig war. Die römische Kirche, die

Gottesmännern verbietet zu heiraten, widerspricht diesem Apostel, auf den

sie sonst so viel hält. Er hatte die Mutter seiner Frau bei sich in der

Familie, was als Beispiel gilt, gütig zu unseren Verwandten zu sein. Bei

geistlicher Heilung spricht die Schrift das Wort, der Geist rührt an,

berührt das Herz, berührt die Hand. Solche, die von Fieber freiwerden, sind

gewöhnlich schwach und einige Zeit danach noch matt; aber damit gezeigt

wird, daß diese Heilung übernatürlichen Ursprungs war, geht es der Frau

sofort so gut, daß sie sich um die häuslichen Angelegenheiten kümmert. Die

Wunder, die Jesus tat und die überall Aufsehen erregten, scharten viele um

ihn herum. Er heilte alle, die krank waren, wie böse der Kranke auch war

und wie schlecht sein Zustand auch war. Es gibt so viele Krankheiten und

Gebrechen, denen wir körperlich unterworfen sind; und, mit den Worten des

Evangeliums ausgedrückt, es gibt mehr als in allen Schriften der

Philosphen steht, da Jesus Christus unsere Krankheiten erlitten hat und

unsere Trauer getragen hat , um uns in den Krankheiten Hilfe und Trost zu

geben. Laßt uns keine Mühe, Sorge oder Ausgabe scheuen, um anderen Gutes zu

tun.

 

Verse 18-22

Einer der Schriftgelehrten war zu schnell beim Geben eines

Versprechens; er bezeichnet sich selbst als einen eifrigen Nachfolger

Christi. Er scheint sehr entschieden zu sein. Viele religiöse Vorsätze

entstehen in schnellem Entschluß und werden ohne gründliche Überlegung

vorgenommen; sie führen zu nichts. Als dieser Schriftgelehrte sich anbot,

Christus nachzufolgen, könnte man meinen, er hätte dazu ermutigt werden

sollen; ein Schriftgelehrter könnte mehr Nutzen und Dienst bringen als

zwölf Fischer; aber Christus sah sein Herz und antwortete auf seine

Gedanken und lehrt allen dabei, wie man zu Christus kommen soll. Sein

Entschluß scheint aus einem weltlichen, begehrlichen Prinzip zu stammen;

doch Christus hatte keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen konnte, und wenn

er ihm nachfolgt, darf er nicht erwarten, daß er besser leben könne als er

lebte. Wir haben Grund dazu, zu denken, daß dieser Schriftgelehrte wegging.

Ein anderer war zu langsam. Verzögerung im Handeln ist einerseits so

schlecht wie andererseits Überstürzen beim Lösen von Problemen. Er bat

darum, wegzugehen um seinen Vater zu begraben und dann wolle er Christus

dienen. Dies scheint vernünftig gewesen zu sein, dennoch war es nicht

richtig. Er hatte keinen feurigen Eifer bei der Arbeit. Das Begraben eines

Toten, insbesondere eines toten Vaters, ist eine gute Arbeit, aber es ist

jetzt nicht Deine Aufgabe. Wenn Christus unser Dienen erwartet, muß die

Zuneigung sogar zum nächsten und liebsten Verwandten und zu Dingen, die

nicht unsere Pflicht sind, hintenan stehen. Eine unwillige Gesinnung will

niemals eine Ausrede. Jesus sagte zu ihm, Folge mir; und, zweifellos ging

von diesem Wort Kraft zu ihm aus, wie bei anderen; er folgte Christus und

hielt an ihm fest. Der Schriftgelehrte sagte. Ich will Dir folgen; zu

diesem Mann sagte Christus, Folge mir; wenn man beide vergleicht, zeigt es

sich, daß wir zu Christus gebracht werden durch die Kraft seines Rufes an

uns, Römer 9:16.

 

Verse 23-27

Es ist denjenigen zum Trost, die auf Schiffen in See stechen und

dort oft in Gefahren sind, daran zu denken, daß sie einen Retter haben,

auf den sie vertrauen können und zu dem sie beten können, der weiß, was es

heisst, auf dem Wasser zu sein, und dort in Stürmen zu sein. Diejenigen,

die mit Christus über den Ozean dieser Welt schiffen, müssen mit Stürmen

rechnen. Seine menschliche Natur, unserer in allem außer der Sünde gleich,

war beunruhigt, und er schlief diesmal, um den Glauben seiner Jünger zu

prüfen. Sie kamen in ihrer Angst zu ihrem Meister. So ergeht es einer

Seele; wenn Lüste und Versuchungen aufkommen und toben, und Gott, wie es

damals war, schläft, bringt sie das an den Rand der Verzweiflung. Damm

fleht sie um ein Wort aus seinem Mund, Herr Jesus, bleibe nicht untätig

wegen mir, oder ich bin nicht mehr. Viele, die echten Glauben haben, sind

darin schwach. Nachfolger Christi neigen dazu, an einem stürmischen

Tag durch Ängste beunruhigt zu sein; sie quälen sich selbst, daß die Dinge

um sie herum schlecht sind und daß sie mit unguten Gedanken noch schlimmer

sein werden. Große Stürme voller Zweifel und Furcht in der Seele, unter der

Macht des Geistes der Gebundenheit, enden manchmal in einer wunderbaren

Ruhe, die durch den Geist der Geborgenheit geschaffen und ausgesprochen

wird. Sie waren erstaunt. Sie hatten noch nie gesehen, daß ein Sturm sich

sofort in absolute Stille verwandelt. Er kann dies tun, kann alles tun, das

Vertrauen weckt und in Ihm Trost schenkt, am stürmischsten Tag, mit oder

ohne, Jesaja 26:4.

 

Verse 28-34

Die Teufel haben nichts gemein mit dem Retter Christus; sie haben

weder irgendeinen Vorteil noch Hoffnung durch ihn. Oh welch ein

tiefes Geheimnis der göttlichen Liebe; daß der gefallene Mensch so viel mit

Christus zu tun hat, während gefallene Engel nichts mit ihm zu tun haben!

Hebräer 2:16.

 

 

 

 

 

Matthew Henry's Auslegung zu Psalm 127:

 

Der Wert göttlichen Segens

 

Laßt uns immer auf Gottes Vorsorge sehen. In allen Dingen und Familienangelegenheiten müssen wir von seinem Segen abhängig sein.

  1. Bei der Gründung einer Familie. Wenn Gott nicht gefragt wird, haben wir keinen Anlaß, seinen Segen zu erwarten; und der beste Plan scheitert, wenn Er ihn nicht mit Gelingen krönt.
  2. Beim Schutz der Familie oder einer Stadt. Wenn nicht der HERR die Stadt bewacht, wachen die Wächter vergeblich, obwohl sie weder schlafen noch schlummern, Unglück kann passieren, welches auch durch frühe Entdeckung nicht verhindert werden kann.
  3. Bei der Familienbereicherung. Manche sind so eifrig mit der Welt beschäftigt, daß sie beständig Sorge tragen, was ihre Annehmlichkeiten bitter macht und ihr Leben zu einer Last. Alles dient dazu, Geld zu bekommen; aber alles ist vergeblich, wenn Gott ihnen nicht Reichtum schenkt: während hingegen diejenigen, die den HERRN lieben, genaue Sorgfalt darauf verwenden, ihren Berufungen gesetzestreu nachzukommen und alle ihre Sorgen auf ihn werfen, den notwendigen Erfolg ohne Beschwerden und Qualen haben.

Unsere Sorge muß es sein, uns in der Liebe Gottes zu befinden, dann werden wir ruhig sein, ob wir wenig oder viel haben in dieser Welt. Aber wir müssen die geeigneten Mittel sehr sorgfältig einsetzen. Kinder sind eine Gabe Gottes, ein Erbe, und eine Belohnung; und sie sollen als Segen betrachtet werden und nicht als Last: der, der Münder schickt, wird die Speise schicken, wenn wir auf ihn vertrauen. Sie sind eine große Hilfe und ein Schutz für eine Familie. Kinder, die klein sind, können vielleicht zum Kernstück, Gottes Herrlichkeit, geführt werden und zum Dienst an ihrer Generation; aber wenn sie in die Welt hinaus gegangen sind, sind sie wie Pfeile, die aus der Hand geglitten sind, es ist zu spät, sie dann anzuleiten. Aber diese Pfeile in der Hand erweisen sich zu oft als Pfeile im Herzen, ein Kummer für gläubige Eltern. Dennoch werden sie, wenn sie nach Gottes Wort erzogen worden sind, sich im allgemeinen als der beste Schutz in späteren Jahren erweisen, wenn sie sich an die Verpflichtungen gegenüber ihren Eltern erinnern werden, und für sie in deren hohem Alter sorgen werden.

Aller irdischer Luxus ist unsicher, aber der HERR wird die, die ihm dienen, sicher trösten und segnen; und diejenigen, die nach der Bekehrung von Sündern trachten, werden bestimmt ihre Freude und den Siegeskranz am Tag des Herrn durch ihre geistlichen Kinder haben.

 


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